Dienstag, 25. November 2014

USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten...


Ich war jetzt schon einige Male in den USA, meistens an der Westküste. Durch den Pilotenberuf meines Mannes wird uns das Reisen doch recht leicht gemacht und immer wieder zieht es uns in die Vereinigten Staaten. Aber warum eigentlich?

Bei der Einreise darf man ja gleich mal ca. eine Stunde einplanen, bis man durch dieses Prozedere durch ist und man gescannt und genau kontrolliert wurde, bis man alle seine Fingerabdrücke und ein Foto da gelassen hat. Und das ganze mittlerweile zweimal – einmal am Automaten und einmal bei einem hochmotivierten und mäßig freundlichen Officer. Der Sinn des Ganzen darf auf keinen Fall hinterfragt werden, sonst macht man sich automatisch schon verdächtig. „It´s the law“ und Ende! Obwohl ich es sowieso vorher schon weiß, was auf mich zu kommt…es nervt mich jedes Mal wieder.

Es gibt auch noch so viele andere Dinge dort, die mich den Kopf schütteln lassen...:
  • Die Essensportionen (die jede Dimension sprengen und praktisch nur aus Zucker, Fett und Kohlenhydraten bestehen) und die dadurch resultierende Körperfülle vieler Amerikaner
  • Plastikgeschirr in jedem Motel beim Frühstück
  • Autowaschanlagen auf Hochtouren mitten in der Wüste, egal ob ein paar Meilen weiter der Lake Mead bereits nachhaltig austrocknet
  • die strenge Passkontrolle wenn man in eine Bar möchte (und zwar von jedem, auch wenn man 60 Jahre alt ist – „It´s the law!“)
  • Produkte im Supermarkt die sich z.B. Sprühbutter schimpfen und auch noch den Aufdruck „You can´t believe it´s NOT butter“ haben
  • generell das Verbrauchen von Ressourcen als ob es kein Morgen gäbe
  • die Anzahl und Art der Medikamente die es einfach so in einem Supermarkt zu kaufen gibt – die Zahnpasten aber in einem Supermarkt hinter einer Glastür verschlossen waren (hä?)
  • Wohnmobile, die im Grunde so groß sind wie rollende Häuser und meistens hinten dran noch einen Jeep angehängt haben, der aber wie ein Spielzeugauto aussieht.
  • die extrem auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich
  • und und und….es gäbe noch vieles mehr.

Naja, und auch eine Stadt wie Las Vegas ist natürlich  völlig krank. Aber das Kuriose an Las Vegas ist, wenn man dort ist, findet man es zwar krank aber trotzdem irgendwie geil. Im Grunde bin ich jedes Mal wieder zwischen so vielen Sachen hin- und her gerissen … warum also will ich trotzdem immer wieder in die USA?

Es ist und bleibt ein faszinierendes Reiseland. An erster Stelle steht natürlich die Landschaft, denn die schlägt wirklich vieles. Für mich ist es einfach nur atemberaubend und mit Worten kaum zu beschreiben. Diese Landschaft, die einem innerhalb kurzer Zeit eine Vielfalt an Farben, Formen und außergewöhnlichen Eindrücken zeigt, dass man es gar nicht richtig erfassen kann. Man sieht Farben, von denen man gar nicht wusste dass sie existieren, Canyons, 4000er Berge, riesige Wüsten und Sanddünen, ausgetrocknete Salzseen, Slotcanyons, Schluchten, Gesteinsformationen in allen Varianten, alle möglichen Tierarten (z.B. Koyoten, Klapperschlangen, Weißkopfseeadler, Geier, Dickhornschafe und Blue Rays sind uns schon einfach so nebenher begegnet), riesige Nationalparks, Mammutbäume und so vieles mehr.  Und natürlich diese unendlichen Weiten ohne Zivilisation, die es in Europa einfach nicht gibt. Eigentlich klappt am ersten Tag der Mund auf und man bekommt ihn bis zum Ende nicht mehr richtig zu… Alles ist riesig, alles ist überdimensional. Die USA sind ein Land der Superlative – in jeder Hinsicht. Aber ich glaube auch, dass man es selbst erleben muss, um wirklich zu verstehen was ich meine. Wir haben uns immer ein bisschen darüber amüsiert, das Amerikaner wirklich sehr schnell in Superlativen sprechen (amazing, awesome, breathtaking, overwhelming, stunning, mind-blowing, marvellous, phenomenal, etc.), aber in einem Land, das quasi nur aus Superlativen besteht, ist das irgendwie verständlich.

Es ist auch diese leichte Art zu Reisen, die einem ein „Easy Rider“ Gefühl von Freiheit gibt. Diese unendlichen, kerzengeraden Straßen durchs Nichts, bei denen man auch mal drei Stunden lang an keinem Haus vorbeikommt (ein geniales Gefühl, das einem aber natürlich nur vergönnt ist, solange man eine funktionierende Kreditkarte zur Verfügung hat). Sobald man das System einmal verstanden hat, kann man unbekümmert herum fahren. Die Amerikaner sind wirklich unglaublich freundlich und hilfsbereit und jede Stadt ist im Grunde gleich aufgebaut. Ein Teil mit allen Tankstellenketten, ein Teil mit allen Fressketten und ein Teil mit allen Hotelketten. Selten muss man dafür von der Hauptstraße abbiegen. Abseits der Hauptstraße sind die Wohnsiedlungen, alles immer flach und sehr weitläufig gebaut. An Platz muss ja nicht gespart werden. Das macht alles wirklich sehr einfach, aber die Städte sehen dadurch auch praktisch alle gleich aus. Naja, und dort wo man gerade bleiben will, bleibt man einfach. Es ist wirklich ein Freiheitsgefühl, obwohl man weiß, dass es gar nicht so ist. Dass alles mit teilweise ziemlich fragwürdigen Gesetzen beschränkt ist ( hier ein paar lustige und kuriose Beispiele). „It´s the law!“ ist DER Satz schlechthin und da wird nicht hinterfragt. Dieses Gefühl und der Zwiespalt sind wirklich so schwer zu beschreiben.

Zum Fotografieren ist es natürlich ebenfalls überwältigend. Die Motive sind unendlich und ich bin sicher ein ganzes Fotografenleben reicht dafür nicht aus. Allerdings macht es das auch sehr schwer, sich zu entscheiden. Selbst wenn man dann an einem bestimmten Ort angekommen ist, ist alles so weitläufig und groß, dass man leider meistens gar nicht die Zeit hat, sich wirklich ausgiebig damit zu beschäftigen. In jedem einzelnen Nationalpark könnte man ohne Probleme wochenlang bleiben und fotografieren ohne zweimal das gleiche Motiv nehmen zu müssen. Aber dazu müsste man auch erst mal wochenlang an einem Ort bleiben und die vielleicht noch nicht totfotografierten Locations suchen. In jedem normal langen Urlaub ist das aber einfach schwer möglich. Man möchte ja dann doch nicht nur an einem Ort bleiben, dafür gibt es einfach zu viel zu sehen. Und außerdem ist es trotzdem ein irres Gefühl, an all diesen (wenn auch bekannten) Spots zu stehen und sein Foto zu machen. Ich wehre mich immer mehr, mir eines meiner Fotos evtl. von irgendwelchen Leuten vermiesen zu lassen, nur weil es vielleicht eine Stelle ist, die schon tausend Mal fotografiert wurde. Ja und? Aber noch nicht von mir! Und es ist wunderschön, diese Bilder in seinem Portfolio zu haben. Ich freue mich über jedes Einzelne.

Ich habe noch nie einen direkten Blogartikel über die USA geschrieben (nur über die Luftbilder letztes Jahr), weil es mir immer schwer fiel, all meine Eindrücke zu beschreiben.  Die Bilder, die ich euch hier zeige sind aus daher ein Sammelsurium aus den letzten drei Jahren 2012, 2013 und aktuell 2014 und sind alle im Westen der USA in Kalifornien, Nevada, Arizona und Utah entstanden. Natürlich sind es hauptsächlich Landschaftsbilder und eine kleine Auswahl meiner Luftbilder der Kalifornischen Wüsten, aber am Schluss auch ein paar sonstige und auch urbane Eindrücke.
Viel Spaß beim Betrachten und es würden mich natürlich auch eure Eindrücke und Erfahrungen sehr interessieren, falls ihr auch schon mal in den USA gewesen seid. Schreibt mir doch einfach einen Kommentar dazu.

Liebe Grüße
Tanja












































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