Donnerstag, 13. Oktober 2016

Gegen Gegenlicht?


Als ich meine erste Kamera vor vielen Jahren bekommen habe, hieß es immer: „Und bloß nicht gegen die Sonne fotografieren! Das macht man nicht.“ Ohne das groß zu hinterfragen habe ich mich jahrelang dran gehalten.  Also als ich noch klein war ;-)

Tja, mittlerweile fotografiere fast ausschließlich in bzw. gegen die Sonne. Wieso? Ich finde Gegenlicht einfach magisch! Der Tau auf dem Gras glitzert, der Nebel leuchtet, das grün der Blätter schimmert leicht golden und ich liebe Sonnensterne und Unschärfekreise. Dabei setze ich Gegenlicht nicht nur bei Landschaftsaufnahmen ein. Auch bei Portraits liebe ich es gegen das Licht zu fotografieren. Ob es  die dadurch entstehen Silhouette ist oder das weiche Licht,  das etwas Träumerisches an sich hat.



Wie das Licht auf dem Foto Letzen Endes wirkt kommt etwas auf das Objektiv an. Unterschiedliche Objektive erzeugen unterschiedliche Lichtstimmungen. Während das eine Objektiv einen super schönen Sonnenstern macht, erzeugt das andere leicht träumerische Lensflares.

Jedoch ist es auch herausfordernd direkt in die Sonne zu fotografieren. Der Dynamikumfang der Kamera wird überstrapaziert. Die Farben werden blass, die Tiefen saufen ab, die Höhen reißen aus…Kommt die Sonne nicht direkt von vorne leicht von der Seite können schnell hässliche Farbflecke (Lensflares) entstehen. Gewollt eingesetzt können sie zwar schön aussehen, aber ungewollt können sie auch stören. Vor allem wenn man mit Filtern arbeitet entstehen gerne Blendenflecken.



Also habe ich mir angewöhnt eine Belichtungsreihe für jeden Bereich im Bild zu machen. So gehe ich sicher, dass die Tiefen nicht absaufen und die Höhen noch ein wenig Zeichnung haben. Um die Blendenflecken zu vermeiden und dem Vordergrund den nötigen Kontrast zu geben halte ich meist die Hand vor die Sonne. So habe ich eine Belichtung für den unteren Bildteil ohne Flecken und ausreichend Dynamikumfang. Um einen schönen Sonnenstern zu bekommen fotografiere ich meistens mit Blende 16 (das kann von Objektiv zu Objektiv variieren). Je kleiner die Blende umso definierter sind die Strahlen des Sterns. Das variiert aber von Objektiv zu Objektiv. Am Ende setze ich die unterschiedlichen Belichtungen in Photoshop zusammen. Dabei arbeite ich auch gerne mit Masken und pinsel so die unterschiedlichen Bereiche im Bild nach und nach frei.




Es erfordert ein wenig Übung und Erfahrung. Daher geht einfach raus und stellt euch der Sonne entgegen! Wenn man die Kniffe raus hat, gibt es eigentlich nichts Schöneres als den Sensor der Kamera mit warmen Sonnenstrahlen zu fordern.

Liebe Grüße,
Pia

Kommentare:

  1. Liebe Pia,danke für die Infos.Es war für mich viel Neues dabei. Einiges kannte ich schon,aaaber leicht gesagt.....für mich.......nicht leicht nachzumachen......aaaber ich versuche es,ohne Photshop muss es mir gelingen!
    LG Christian,

    AntwortenLöschen
  2. Hi Pia,

    das ist die eine Variante. Die andere ist, mit einem oder mehreren Grauverlaufsfiltern zu arbeiten. So mache ich das. Das hat den Vorteil, dass man ein fertiges Bild bekommt und später nicht ewig am PC sitzt. Allerdings bekommt man mit deiner Methode zum Teil noch bessere Ergebnisse. Aber wie gesagt, mir ist es wichtig, draußen in der Natur zu sein. Jede Minute am PC ist für mich eine zuviel

    Liebe Grüße
    Florian

    AntwortenLöschen
  3. @Christian: Lieber Christian, immer gerne. Nein, ganz leicht ist es nicht, aber mit etwas Übung bekommst du das hin! Liebe Grüße, Pia
    @Florian: Hi Florian, ja, das stimmt natürlich. Viele Wege führen zum Ziel :-) Ich sitze teilweise gerne am PC und spiele da etwas rum. Aber mit Filtern geht es natürlich auch.
    Liebe Grüße,
    Pia

    AntwortenLöschen