Mittwoch, 1. Oktober 2014

Tipps und Tricks zur Sternenfotografie


Sterne haben mich schon immer fasziniert. Nicht nur weil es laut Agent Dana Scully und Fox Mulder dort draußen mit Sicherheit Aliens gibt, sondern weil der Sternenhimmel in wirklich klaren und dunkeln Nächten einfach schön aussieht.


Um die Sterne und vor allem die Milchstrasse zu fotografieren, braucht es allerdings ein wenig Übung und auch Recherche. Das größte Problem beim Fotografieren von Sternen ist die Lichtverschmutzung. Fast alles ist in Deutschland bebaut und das helle Streulicht erschwert es uns die Sterne wirklich gut zu sehen oder zu fotografieren. Daher sollte man sich unbedingt einen Ort suchen, an dem man möglichst wenig Lichtverschmutzung hat. Sehr hilfreich hierbei ist folgende Karte: http://www.avex-asso.org/dossiers/pl/allemagne/zoom.html Dort kann man sehen wo es noch halbwegs dunkle Landstriche gibt.

Neben der Lichtverschmutzung sollte man allerdings auch auf die Mondphasen und die Jahreszeit achten. Der große, runde Vollmond kann so hell leuchten, dass viele Sterne in seinem Licht verschwinden. Daher bietet sich die Neumondphase natürlich am besten für eine nächtliche Fototour an. Im Sommer sieht man die Milchstrasse auf unserer Erdhalbkugel am besten. (Juli-September) Auf der Südhalbkugel eher im Winter. (Januar-März)

Hat man also einen dunklen Ort zu Neumond gefunden, kann es fast schon losgehen. Natürlich braucht man noch dementsprechendes Equipment. Ein Ultraweitwinkelobjektiv bietet sich deshalb an, weil man ja möglichst viel Sterne und Milchstrasse aufnehmen möchte. Ich fotografiere mit dem Walimex 14mm. Das Objektiv hat zudem den Vorteil, dass es mit Blende 2,8 sehr lichtstark ist. Dadurch, dass es quasi stockdunkel ist und viel Licht von den Sternen auf den Sensor gebannt werden soll, ist Blende 2,8 oder drunter fast Pflicht.



Das Fokussieren ist in der Dunkelheit eine echte Herausforderung. Man sollte den Fokusring auf „unendlich“ stellen. Leider sind nicht alle Objektive gleich und manchmal kann es sein, dass sie trotzdem nicht exakt scharf stellen, wenn man auf „unendlich“ stellt. Daher sollte man sein Objektiv kennen und vorab testen, ob die Linse wirklich exakt bei „unendlich“ scharf stellt oder man ein paar Millimeter verdrehen muss. Das ist reine Übungssache und hat man seine Einstellung mal gefunden, lässt sich selbst im Dunkeln leicht scharf stellen. Am besten markiert man die Stelle am Objektiv.

Wie bei anderen Langzeitbelichtungen auch, empfiehlt es sich mit Fernauslöser zu arbeiten, um Verwackelungen zu vermeiden. Doch wie lange muss man eigentlich belichten? Das hängt tatsächlich von der Brennweite ab mit der man fotografiert und der ISO-Zahl. Als Faustregel kann man bei Vollformatkameras sagen: 500/Brennweite=Belichtungszeit. (Bei APS-C Sensoren 300/Brennweite) Die Belichtungszeit darf nämlich nicht zu lang sein, da die Sterne auf Grund der Erdrotation wandern und es sonst unschöne Striche statt knackiger Punkte gibt.  Ich fotografiere mit meinem Walimex 14mm bei Blende 2,8 mit ISO-Zahlen zwischen 2000 und 3600 und ca. 20-25 Sekunden. Damit bekomme ich genug Licht auf den Sensor und zeitgleich scharfe Sterne.



Das sind natürlich nur meine Erfahrungswerte und man muss sich selber Stück für Stück ran testen mit welchen Einstellungen man zum bestmöglichen Ergebnis kommt. Ich kann nur sagen, dass sich die Mühe des Testens bei mir gelohnt hat und ich gerne Mitte in der Nacht aus meinem Zelt krabbel, um diesen Anblick zu genießen.

Liebe Grüße,
Pia

Kommentare:

  1. Danke für Fotos und lehrreichen Text.

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  2. Hallo Pia!
    Die Mühe hat sich definitiv gelohnt, die Sternenbilder sind klasse!

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