Montag, 5. Mai 2014

Basstölpel - Flugkünstler Helgolands


Zwei Basstölpel beim Schnäbeln

Als Kind war ich viel an der Nordsee. Da mein Vater auf der schönen Insel Wangerooge aufgewachsen ist, war das Eiland jeden Sommer eins unserer Urlaubsziele. Ich liebe die Nordsee. Die frische Luft, das raue Wetter, die Dünen, den Sand, die Menschen und natürlich die Tiere die dort leben. Umso verwunderlicher ist es für mich halbes Nordlicht, dass ich noch nie auf Helgoland war. Heuer war es endlich soweit und ich flog für einige Tage auf das Atoll, um in erster Linie die herrlichen Basstölpel zu fotografieren.

Auge in Auge

Mit Nistmaterial geht es zurück zum Nest
Im Wind stehen die Tiere förmlich in der Luft

Mit der Vogel-Fotografie hatte ich bisher nicht viel am Hut. Dazu fehlte mir bislang einfach die richtige Brennweite und Erfahrung. Zeit, das endlich zu ändern. Mit Brennweiten bis 600mm ausgestattet kam ich also auf dem Eiland an. Gleich am ersten Morgen machte ich mich auf zum bekannten Lummenfelsen, dem Vogelschutzgebiet auf Helgoland. Dort tummeln sich ab März hunderte Basstölpel und Trottellummen.

Ich staunte nicht schlecht, als ich das erste Mal die wunderhübschen Vögel sah. Was mich an den Basstölpeln fasziniert ist die wunderschöne Zeichnung. Der fast komplett weiße Körper wird durch die schwarzen Flügelspitzen und den schwarzen Schwanz betont. Der markante Kopf ist bei älteren Tieren leicht gelblich gefärbt, was einen schönen Kontrast zu den schwarz eingefassten, eisblauen Augen bildet. Mitten im Gesicht zeigt sich ein langer, leicht gebogener und meist blau-grauer Schnabel. Die großen, tölpelhaften Füße sind fast schwarz und fallen durch eine gelb-grüne Linie entlang der Zehen auf. Jüngere Tiere erkennt man an vereinzelt schwarzen Federn an Kopf und Rücken.


Stolz präsentiert sich der Vogel im Abendlicht
Die Zeichnung der Vögel ist wunderhübsch
Achtung Landung!

Basstölpel sind liebevolle Partner. So kann man die Vögel häufig dabei beobachten wie sie sich gegenseitig putzen und liebkosen. Wenn das Männchen unterwegs war um Nistmaterial zu besorgen und wieder bei seiner Liebsten landet, findet ein unglaublich süßes Begrüßungsritual – das Schnäbeln - statt. Dabei reiben die Vögel schnell ihre Schnäbel aneinander und geben bestimmte Laute von sich. Angeblich bleiben sie ihrem Partner ein Leben lang treu. Romantisch!
Mit hochgestrecktem Kopf erwartet der Vogel seinen Partner
Und wird umgehend begrgüßt

Endlich ist der Partner wieder da...

Das gegenseitige putzen ist ein fester Bestandteil der Partnerschaft
Vor dem Schlafen gibt es noch einen Gutenachtkuss
Andere Tiere schlafen bereits friedlich
Oder werben noch mit einem Geschenk um einen Partner

Allerdings können die Basstölpel auch ziemlich garstig werden. Vor allem, wenn sich andere Kollegen ihrem Brutplatz nähern. Dann fliegen schon mal die Federn in der felsigen Behausung. Inzwischen kann man auf Helgoland mehrere hundert Paare zählen.

Streitigkeiten zwischen den Vögeln kann man immer wieder beobachten

Angriff aus der Luft

Der Störenfried gibt keine Ruhe und keift das Pärchen an
Irgendwann haben die beiden genug und schnappen zu

Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen auch ein paar Lummen zu fotografieren. Die saßen allerdings mehr rum, als dass sie sich in die Luft erhoben. Auch zu den dort früher vorherrschenden Trottellummen sind die weißen Schönheiten übrigens nicht gerade freundlich und haben mittlerweile die Oberhand über den Lummenfelsen gewonnen.
Zwischen den Tölpeln haben die Lummen nichts zu lachen
Diese Lumme tut gut daran abseits zu sitzen

Das eigentlich schöne Zuhause der Vögel hat leider auch seine Schattenseiten. Für den Nestbau sammeln die Tiere neben Ästen auch Plastik und alte Schnüre von Fischernetzen. Bauen sie damit ihr Nest und verheddern sich versehentlich in den Seilen führt das oft zur Strangulation. Manche Tiere kommen von alleine nicht mehr los und verenden am Hungertod. Ein schreckliches und trauriges Bild, die hilflosen Tiere so zu sehen. Einer der Basstölpel saß seit Tagen fast an der gleichen Stelle und versuchte sich vergebens ein Stück Fischernetz vom Schnabel zu streifen. Zum Glück hatte er es wenigstens „nur“ um den Unterkiefer gewickelt und konnte fressen und trinken.

Auf ihrem felsigen Zuhause fühlen sich die Tölpel wohl

Es wird sicher nicht mein letzter Besuch auf Helgoland gewesen sein. Die Insel hat so unglaublich viel zu bieten für Naturliebhaber und ist sicher zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Wer übrigens ein wirklich gutes und nicht überteuertes Hotel auf der Insel sucht, dem kann ich nur das Quisisana wärmstens empfehlen. Saubere, schöne Zimmer, eine super Lage, ein prima Frühstück und unglaublich nette Besitzer und Personal!

Liebe Grüße,
Pia

1 Kommentar:

  1. Superschöne Bilder! Wir haben auch einen Basstölpel mit einem Stück Netz im Schnabel gesehen. Ob das der gleiche war?

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